Galerien aus Deutschland

Städt. Wessenberg-Galerie, Konstanz

 


 

Städtische Wessenberg-Galerie

Wessenbergstraße 43

78462 Konstanz

Teil. 07531/900 921 oder 376

 

Eintritt:

3,- Euro

Gruppen ab 10 Personen: jeweils 2,- Euro
Schulklassen frei

Bei Sonderausstellungen kann ein erhöhter Eintritt erhoben werden.
Führungen wochentags: 40,- Euro
abends und am Wochenende: 50,- Euro

 

 


 

 

Die Städtische Wessenberg-Galerie ist eine fast 150-jährige Institution, benannt nach dem letzten Bistumsverweser Ignaz Heinrich von Wessenberg (1774 – 1860). Nach seinem Tod  vermachte er der Stadt Konstanz nicht nur sein stattliches Wohnhaus gegenüber dem Münster, sondern auch seine umfangreiche Bibliothek und die rund 400 Blatt umfassende Kupferstichsammlung. Seine ebenfalls beachtliche Gemäldekollektion erwarb der badische Großherzog. Dieses Erbe bildet bis heute den Grundstock einer bis ins 20. Jahrhundert stetig erweiterten Sammlung (u.a. Werke von Adolf Dietrich, Karl Hofer, Hans Purrmann und Rudolf Wacker), deren herausragende Bestände in aktuellen Themenausstellungen präsentiert werden.

Kinder- und Jugendprogramm

Zu jeder Sonderausstellung bietet die Städtische Wessenberg-Galerie eine Vielfalt von Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche

Während der Ausstellungsumbauten muss die Städtische Wessenberg-Galerie aus organisatorischen Gründen geschlossen bleiben.

 


Ausstellungen

 

 

 


 

Ausstellungen

 

Zeit–Bilder.

 

Kunst in Konstanz 1945 bis 1965

 

14. Mai bis 4. September 2022

 

 

 

 

 

 

Friedrich Arthur Wittig (1894-1962): Luftiges Trio; 1957

Mischtechnik auf Pressspanplatte; 100 x 75,2 cm

 

 

Die beiden ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg waren in Deutschland von vielfältigen Um- und Aufbrüchen geprägt. Im Mai 1945 hatte das nationalsozialistische Regime kapitulieren müssen, weite Teile des Landes waren verwüstet, die Infrastruktur zerstört, und die alliierten Besatzungsmächte hatten die Kontrolle übernommen. Die Menschen ersehnten die Rückkehr zur Normalität, doch die vielbeschworene „Stunde Null“ ist ein Mythos, denn das fatale Erbe des Faschismus sollte – nicht nur unterschwellig – weiterwirken.

Konstanz war im Krieg von Zerstörungen verschont geblieben, hatte aber zahlreiche Flüchtlinge aufnehmen müssen, und die Grenze zur Schweiz war geschlossen. Unter den französischen Besatzern kehrten jedoch Kunst und Kultur bald zurück. Bereits an Pfingsten 1946 fand mit den Konstanzer Kunstwochen das erste „Kulturfestival“ im Nachkriegsdeutschland statt. Die einheimischen Maler:innen engagierten sich bei der 1948 wieder aufgenommenen Fasnacht, beteiligten sich seit den 1950er-Jahren an Kunst-am-Bau-Projekten, profitierten als Plakatgestalter vom Wiederaufkommen des Tourismus und betätigten sich als Designer von Stoffen und Mosaiktischen. Das alles vollzog sich vor dem Hintergrund einer weltpolitisch aufgeheizten Stimmung, in der der „Kalte Krieg“ die Kunst erneut ideologisch zu vereinnahmen suchte.

Unsere Sommerausstellung beleuchtet das Kunstschaffen in Konstanz in den Jahren 1945 bis 1965 und ordnet es vor dem historischen Hintergrund ein. Man begegnet den Werken bekannter Künstler:innen wie Otto Adam, Hans Breinlinger, Sepp Biehler, Peter Diederichs, Karl Einhart, Elisabeth Mühlenweg und Hans Sauerbruch, aber auch zahlreiche heute eher weniger geläufige oder vergessene Maler:innen und Kunsthandwerker:innen wie Paul Dietrich, Annelies Schwan-Güllering, Wolfgang Schmidt-Ernst, Anneliese Stiegeler oder Barbara Weyl sind zu entdecken. Eine Zeitung zum Mitnehmen dokumentiert das Konstanzer Kunstgeschehen vor den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignissen dieser wechselhaften Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Maler Robert Weise, der von 1901 bis 1906 in Gottlieben am Schweizer Ufer des Untersees lebte, ist heute kaum noch bekannt, seine Werke sucht man vergeblich in den Dauerausstellungen der großen deutschen Museen. Vor etwas mehr als hundert Jahren war das jedoch anders: Weise zählte damals zu den Mitgliedern der Münchner Künstlergruppe DieScholle; seine deutschlandweiten Erfolge trugen dazu bei, dass das kleine, idyllisch gelegene Fischerdorf Gottlieben Kunstliebhabern zum Begriff wurde.

 

Sein Lebensweg führte Robert Weise, ausgehend von Stuttgart, wo er 1870 in gutbürgerlichen Verhältnissen geboren wurde, über ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und der Académie Julian in Paris 1896 nach München. Hier kam er in Kontakt mit einer Gruppe junger Maler, die der fortschrittlichen Zeitschrift Jugend nahestanden. Sie bevorzugten ein lebhaftes Kolorit, trugen die Farbe frei und mit sichtbarem Pinselstrich auf und schufen Kompositionen, die durch ihren dekorativen Flächenstil auffielen. 1899 schlossen sie sich zur Künstlergruppe Die Scholle zusammen, die den Aufbruch der Münchner Malerei zur Moderne markierte.

1901 zog sich Weise an den Bodensee zurück, wo er seine glücklichsten und ungestörtesten Schaffensjahre im Kreis von Künstlern und Schriftstellern wie Willi Hummel, Ernst Würtenberger, Emanuel von Bodman, Norbert Jacques und anderen erlebte. Den Kontakt nach München und Wartenberg bei Erding, wo er ein kleines Atelierhaus besaß, gab er jedoch nicht auf. 1906 wurde der Maler an die Kunstakademie Stuttgart berufen, 1913 übernahm er die Leitung der Naturklasse an der Weimarer Kunstschule. Die Darstellung von Natur und Landschaft beschäftigte Weise zeitlebens; daneben schuf er repräsentative Portraits, u. a. von Kaiser Wilhelm II. und dem württembergischen Herrscherpaar. 1919 übersiedelte Weise an den Starnberger See, wo er 1923 im Alter von nur 53 Jahren starb.

 

Die Wessenberg-Galerie Konstanz hat sich auf Spurensuche begeben und erinnert vom 18. September 2021 bis 9. Januar 2022 an den vielseitigen Maler.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

Bildtexte:

Robert Weise: Frau in Bodenseelandschaft; 1904

Öl auf Leinwand; 104,3 x 90,8 cm

Städt. Wessenberg-Galerie Konstanz

 

Robert Weise: Selbstbildnis; ohne Jahr

Öl auf Holz; 50 x 41 cm

Privatbesitz

 

Robert Weise: Kaffeetafel am Waldrand; ohne Jahr

Öl auf Leinwand; 50 x 65 cm

Privatbesitz

Courtesy Kunsthandel Ron Krausz, München

Die beiden ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg waren in Deutschland von vielfältigen Um- und Aufbrüchen geprägt. Im Mai 1945 hatte das nationalsozialistische Regime kapitulieren müssen, weite Teile des Landes waren verwüstet, die Infrastruktur zerstört, und die alliierten Besatzungsmächte hatten die Kontrolle übernommen. Die Menschen ersehnten die Rückkehr zur Normalität, doch die vielbeschworene „Stunde Null“ ist ein Mythos, denn das fatale Erbe des Faschismus sollte – nicht nur unterschwellig – weiterwirken.

Konstanz war im Krieg von Zerstörungen verschont geblieben, hatte aber zahlreiche Flüchtlinge aufnehmen müssen, und die Grenze zur Schweiz war geschlossen. Unter den französischen Besatzern kehrten jedoch Kunst und Kultur bald zurück. Bereits an Pfingsten 1946 fand mit den Konstanzer Kunstwochen das erste „Kulturfestival“ im Nachkriegsdeutschland statt. Die einheimischen Maler:innen engagierten sich bei der 1948 wieder aufgenommenen Fasnacht, beteiligten sich seit den 1950er-Jahren an Kunst-am-Bau-Projekten, profitierten als Plakatgestalter vom Wiederaufkommen des Tourismus und betätigten sich als Designer von Stoffen und Mosaiktischen. Das alles vollzog sich vor dem Hintergrund einer weltpolitisch aufgeheizten Stimmung, in der der „Kalte Krieg“ die Kunst erneut ideologisch zu vereinnahmen suchte.

Unsere Sommerausstellung beleuchtet das Kunstschaffen in Konstanz in den Jahren 1945 bis 1965 und ordnet es vor dem historischen Hintergrund ein. Man begegnet den Werken bekannter Künstler:innen wie Otto Adam, Hans Breinlinger, Sepp Biehler, Peter Diederichs, Karl Einhart, Elisabeth Mühlenweg und Hans Sauerbruch, aber auch zahlreiche heute eher weniger geläufige oder vergessene Maler:innen und Kunsthandwerker:innen wie Paul Dietrich, Annelies Schwan-Güllering, Wolfgang Schmidt-Ernst, Anneliese Stiegeler oder Barbara Weyl sind zu entdecken. Eine Zeitung zum Mitnehmen dokumentiert das Konstanzer Kunstgeschehen vor den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignissen dieser wechselhaften Zeit.

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