Kunsthaus Bregenz

Bleibender Wert? Haltbarkeit und Verfall kritischer Kunstpublizistik Kooperation ›springerin‹

04|02—09|04|2012

Titelbild, der springerin, 3/10

Titelbild, der springerin, 3/10

Die in Wien erscheinende Zeitschrift springerin – Hefte für Gegen- wartskunst richtet sich an ein vielseitig an Gegenwartskultur sowie allgemein an Themen der Populärkultur interessiertes Publikum. In diesem Sinne gibt es nicht nur inhaltlich eine große Schnittmenge mit der kub Arena, sondern auch in Bezug auf die Zielgruppe. Während die Herstellung, Präsentation und Verbreitung der Inhalte in der Zeitschrift dem Medium gemäß in Form von Text und Bild erfolgen, stehen im Ausstellungskontext die Exponate im Mit- telpunkt. Gleichwohl zeichnet sich das Programm der kub Arena gerade durch eine Hinwendung zu theoretischen, gesellschaftlichen sowie interdisziplinären Fragestellungen aus, was häufig dazu führt, dass auch andere, einer Zeitschrift nahe Formen der diskursiven Vermittlung zum Einsatz kommen.

In diesem Sinne wird bei der Zusammenarbeit von springerin und kub Arena der Frage nachge- gangen, welche spezifischen Räume jeweils erzeugt und wie diese genutzt werden. Ist es beispielsweise möglich, die Zeitschrift in einen Raum – genauer in die kub Arena – zu übersetzen und umgekehrt die in der Ausstellung behandelten Themen und angewandten Verfahren ins Zeitschriftenformat zu übertragen, ohne dass dies zu einer bloßen Bebilderung oder Vereinfachung der betreffenden Inhalte führt?

Als Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit dient die vielfältige Bedeutung des Begriffs Wert. Vielerorts sind Begriffe wie Werte- wandel oder Werteverfall, zumeist bezogen auf die Korrumpierung oder Erosion tradierter Wertvorstellungen, in aller Munde. Gleich- zeitig scheint materielles Gut, verbunden mit immer unüberschau- barer werdenden individualistischen Wertsetzungen, mehr zu gelten als je zuvor. Wie bildet sich diese Entwicklung im Kunstfeld ab?


Welche Setzungen, Aushöhlungen oder Verabschiedungen haben sich hier in den letzten 10 bis 15 Jahren ereignet? Welche Sichtbar- keiten, »Wertvolles« und »Gültiges« betreffend, sind neu etabliert worden, begleitet von welchen mehr oder weniger geltenden Sag- barkeiten? Welche Ideen, seien sie von bleibendem oder vergänglichem Wert, schreiben sich in so unterschiedlichen kunstbezogenen Formaten wie Ausstellung, Werk, Diskurs oder dem Medium Zeit- schrift | Magazin fort? Damit zusammenhängende Fragestellungen beschäftigen sich damit, inwiefern »Kritikalität« – sei es im Medium Ausstellung oder Zeitschrift – einen unverbrüchlichen Wert dar- stellt und welchen zeit- beziehungsweise kontextbedingten Einschränkungen dieser Begriff selbst unterliegt. 


Zoe Leonard
Teil der Serie Analogue, 1998–2009
412 C-Prints und Gelatin Silber-Prints
Courtesy Zoe Leonard, Galerie Gisela Capitain, Köln und MUMOK, Wien
© Zoe Leonard


Einen weiteren Schwerpunkt in dieser Auseinandersetzung bilden die sich wandelnden Vorstellungen von Freiheit und Kreati- vität, die – einst zwischen den Polen Individualismus und Kollektivität pendelnd – heute fast ausschließlich zu Ersterem tendieren. Zuletzt soll auch der Wert (oder »Unwert«) der Alternativlosigkeit zur Sprache kommen, mit der das gegenwärtig schwer gebeutelte sozio-ökonomische System seinem Ablaufdatum entgegenstrebt. All dem soll unter dem Gesichtspunkt nachgegangen werden, welche »eigenen« Wertigkeiten Zeitschrift und Ausstellung angesichts der genannten Problemstellungen etablieren können.

Im Rahmen der Kooperation zwischen der springerin und der kub Arena wird begleitend zur Produktion der Frühjahrsausgabe 2012 gemeinsam eine projektorientierte Präsentation im Erdge- schoss des Kunsthaus Bregenz entwickelt. Fragen nach der Haltbarkeit und den Verfallsgrenzen von Kunst- und Kultur-Wertschätzung werden ebenso thematisiert wie die unterschiedlichen Produktions- und Distributionsformen von Ausstellungen und Zeitschriften. Neben der anlässlich der Kooperation erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift wird ein Überblick über sämtliche Publikationen der springerin in der kub Arena präsentiert. Ein gemeinsam konzi- piertes Veranstaltungsprogramm begleitet das Projekt.

Teil der Serie Analogue, 1998–2009, © Zoe Leonard

 

Zoe Leonard
Teil der Serie Analogue, 1998–2009
412 C-Prints und Gelatin Silber-Prints
Courtesy Zoe Leonard, Galerie Gisela Capitain, Köln und MUMOK, Wien
© Zoe Leonard


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